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Ohne Ehrenamt kann eine gesunde Gesellschaft nicht funktionieren. Die UN hat den 5. Dezember zum Tag des Ehrenamts bestimmt und schon seit 2006 zeichnet die Stadt Herford an diesem Tag 6 Menschen oder Gruppen für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement aus.

Auch in diesem Jahr hat die Jury wieder sechs Vorbilder im Ehrenamt ausgewählt. Sie werden in einer Feierstunde am 05. Dezember 2025 geehrt. Alle Vorbilder werden durch eine kurze Laudatio vorgestellt. 

Igelhilfe

„Ich liebe und lebe für Igel“. Als Angela Krieger das erste Mal in die kleinen Knopfaugen gesehen hat, war es um sie geschehen. Seit 2018 engagiert sich die 60-Jährige Herforderin ehrenamtlich und päppelt kranke Igel, die ohne Hilfe nicht überleben würden, so gut es geht wieder auf.

Es wurden immer mehr Igel, um die sie sich zunächst alleine kümmerte. Um die Arbeit auf mehreren Schultern zu verteilen, gründete sie schließlich mit anderen Engagierten 2020 die Igelhilfe Herford-OWL e.V.

Hunderten von Igeln hat Angela Krieger im Laufe der Jahre das Leben gerettet. Das Hauptproblem für den Igel ist Unterernährung und Verletzung z.B. durch nächtlich fahrende Mähroboter.

Trotz ihres Vollzeitjobs ist Angela Krieger täglich vier bis acht Stunden im Igel-Einsatz.

„Ich möchte helfen, denn ich will, dass meine Urenkel noch einen Igel erleben können. Für Angela Krieger ist die Igel-Hilfe eine Herzensangelegenheit. Für sie ist jeder Igel den sie retten kann wie eine große Belohnung.

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!

AWO Begegnungszentrum 

Dankbarkeit zeigen und etwas zurückgeben – das sind die Beweggründe von Veronika Budde und Birgit Buschner. Im AWO Begegnungszentrum in der Kastanienallee sind die beiden Rentnerinnen ganz vorne dabei und unterstützen regelmäßig bei Treffs und Veranstaltungen.

Die beiden Freundinnen haben sich 2018 im AWO Begegnungszentrum kennengelernt. Sie kamen als Gäste, um unter Leute zu kommen und wurden dann Teil des Teams. Denn beiden wurde schnell klar: „Wir wollen mithelfen“.

Veronika Budde gehört mittlerweile zum Vorstand des Begegnungszentrums in der Kastanienallee und begleitet zudem regelmäßig Ausflüge. Der wöchentliche Dienstagskaffee wird von Birgit Buschner vorbereitet und begleitet. Sie betreut die Besucherinnen und Besucher und kümmert sich um die Verpflegung mit Kaffee und Kuchen. Gemeinsam mit dem Küchenteam organisieren beide außerdem jeden ersten Donnerstag eines Monats das Nachbarschaftsfrühstück.  

Beiden ist es wichtig mitzuhelfen, anzupacken und dazuzugehören. Sie fühlen sich geehrt und freuen sich sehr über die Anerkennung und Wertschätzung ihrer Zeit. „Hier möchten wir nicht mehr weg“.

Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Einsatz in der Friedensfördernde EnergieGenossenschaft Herford 

Nicht nur gegen Atomstrom demonstrieren und protestieren, sondern selbst aktiv werden und Ökostrom anbieten. Das war die Motivation von Barbara Rodi als sie 2012 mit weiteren Engagierten die Energiegenossenschaft Herford gründete mit dem Ziel dem Gemeinwohl zu dienen.
Die Idee: vor Ort erneuerbare Energie zu produzieren und ins Netz einzuspeisen. Mittlerweile hat die Genossenschaft gut 500 Mitglieder. 16 Photovoltaik-Anlagen sind inzwischen im Kreis Herford durch ihr Engagement entstanden. Diese liefern Strom für 1200 Haushalte.
Barbara Rodi führt als Vorstandsmitglied viele Gespräche mit Gebäude- und Grundstücksbesitzenden, um die PV-Anlagen auf öffentlichen und privaten Dächern oder Deponien aufstellen zu dürfen.

Es ist oft eine mühsame und kleinteilige Arbeit, die sie aber gerne und voller Überzeugung macht, denn sie sieht was sie bewirkt. „Ich tue etwas für die Menschen vor Ort“, sagt die 62-Jährige und das gibt ihr die Energie.

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!

Kinderschutzbund

Kinder sind unsere Zukunft – und dennoch fehlt ihnen oft die Stimme, um gehört zu werden. Genau hier setzt der Kinderschutzbund Herford an: vielfach ehrenamtlich und mit Herz und Seele. Die sechs Mitglieder des Vorstands sorgen für die notwendigen Rahmenbedingungen, um Angebote und Projekte für die Kinder zu ermöglichen. Sie organisieren Sponsoren, kümmern sich um Personalangelegenheiten und halten Kontakt zur Presse, um die wichtige Arbeit des Vereins sichtbar zu machen.

Gemeinsam mit 65 vorwiegend ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern bieten sie Kindern, Jugendlichen und deren Familien praktische Unterstützung an: vom Krisentelefon „Nummer gegen Kummer“ über Lernförderung bis hin zu Familienpatenschaften. Schwimmkurse, Waldwochen und kreative Aktionen wie Kekse backen sorgen für unvergessliche Erlebnisse, die Kinder in ihrer Entwicklung fördern und stark machen.

Ihre Motivation? Kinder brauchen mehr als nur Aufmerksamkeit – sie brauchen eine Lobby, die ihre Interessen vertritt. Jedes Kind verdient es, gehört und gefördert zu werden, und die sechs Frauen und Männer vom Vorstand tun alles dafür, dass dies gelingt.

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!

Einsatz im Kurt-Dietrich-Haus der Ev. Diakoniestiftung 

Für Ümmühan Uysal ist eins klar: Sie möchte Menschen helfen - so lange sie kann. Seit 2021 organisiert die 66-Jährige wöchentlich ein gemeinsames Mittagessen für suchtkranke Menschen im Kurt-Dietrich-Haus der Ev. Diakoniestiftung.

In den letzten Jahren vor der Rente arbeitete sie als Hauswirtschaftlerin bei der Diakoniestiftung. Weil sie sich aber auch im Alter sozial engagieren möchte, geht sie weiterhin ihrer Leidenschaft nach.

Jede Woche kümmert sich Ümmühan Uysal um die Vorbereitungen des Mittwoch-Menüs, welches vorher von allen gemeinsam geplant wird. Ein Bewohner begleitet sie immer beim Einkaufen. Gekocht wird dann gemeinsam mit der Gruppe. Die strahlenden Gesichter sind ihre Belohnung. Dadurch merkt sie, wie sehr ihre Arbeit von allen Seiten geschätzt wird.

Ümmühan Uysal liebt ihre Arbeit. „Die Kochrunde am Mittwoch ist unser wöchentliches Highlight. Alle freuen sich und haben eine tolle Zeit“.

Vielen Dank für Ihren Einsatz!


Einsatz in der Tansania AG

Wenn Walter Rausch durch Herford geht, wird er oft erkannt, denn jahrzehntelang hat er am Friedrichs-Gymnasium Physik und Mathe unterrichtet. Und jeder der ihn kennt weiß, dass sein Herz für Tansania schlägt.

Dabei fing alles eher zufällig an: 1979 wollte Walter Rausch für einige Zeit im Ausland lehren und Tansania suchte zu dem Zeitpunkt als einziges Land ausländische Lehrkräfte. Er blieb bis 1983 dort und das Land hat ihn danach nie wieder losgelassen.

Zurück in Herford gründete Walter Rausch am FGH die Tansania AG. Seit 1985 sammelt diese AG u.a. durch Kuchenverkauf beim Elternsprechtag Spenden ein, mit denen knapp 200 jungen Menschen in Tansania die Ausbildung finanziert wird.

Aufgrund des großen Erfolges der AG, wurde 2009 zusätzlich ein gleichnamiger Verein gegründet, der Walter Rausch bei organisatorischen Aufgaben hilft. Bis heute bringt er persönlich die Spendensumme nach Tansania, damit das Geld auch ganz sicher da landet, wo es hingehört. Die ehrenamtliche Tätigkeit bringt ihm Freude und Erfüllung.

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!