Februar 2022
Notgeld in Herford 1917-1923
Während der Jahre 1917-1923 wurde vom Herforder Magistrat viermal Notgeld ausgegeben. Die erste Notgeldausgabe fand im Mai 1917 infolge des kriegsbedingten Kleingeldmangels statt. Denn die zur Erstellung des Kleingeldes genutzten Materialien gingen entweder in die Kriegsproduktion ein oder wurden, wegen ihres Materialwerts, von der Bevölkerung gehortet. Der unten dargestellte Notgeldschein wurde im Oktober 1922 herausgegeben, als die beginnende Hyperinflation dazu führte, „dass selbst mittlere Betriebe in der Stadt nicht mehr in der Lage waren, die zur Löhnung ihrer Arbeiter notwendigen Barmittel zu beschaffen.“ Als die Hyperinflation 1923 dann zu alptraumhaften Inflationsraten von mehreren tausend Prozent führte, wurde der Schein mit dem Wertüberdruck „2 Millionen“ versehen. Auf dem Schein ist ein ehemaliges Gebäude der Herforder Abtei zu sehen, das für den Rathausneubau 1914 weichen musste. Seit der Auflösung des Herforder Frauenstiftes 1802 wurde es als Fabrikgebäude der Spinnerei Schönfeld genutzt.
Abbildung: Kommunalarchiv Herford-S-Slg. E - 719