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März 2022

Das Kriegstagebuch des Soldaten Hermann Bornemann

Die Schrecken des Kriegs, verdeutlicht das Tagebuch des Soldaten Hermann Bornemann aus dem Ersten Weltkrieg. Der folgende Auszug beschreibt schonungslos realistisch die Anonymität der vielen unnötigen Opfer:

Munitionsdepot der 103 Infanterie Division im Walde südwestlich Lagery, auf den Höhen nördlich der Marne. Dienstag den 4. Juni 1918 „Auf den Haferfeldern rechts und links von uns sahen wir viele blaue Flecke. Wir ritten näher und hielten nun vor einer langen Reihe toter Franzosen, welche nun schon einige Tage dort liegen mußten. (...) Etliche lagen wie schlafend, andere wieder in gräßlichen Stellungen. In einem kleinen Gehölz ist ein französisches Maschinengewehr gewesen. Dieses ist von unserer Artillerie mit einigen Granaten erledigt worden. Hier sahen die Körper entsetzlich aus. Gerade wie im Februar 16 im Haumontwalde vor Verdun. Der Mensch gewöhnt sich doch an alles (...). Ich denke mir nur noch wenig dabei. Was uns auffiel, war folgendes: Die Taschen waren bei allen Toten, wohl 40-50, welche ich sah, umgekehrt. Notizbücher, Taschentücher und sonstiges Fetzen lagen umher. Anscheinend waren die Toten geplündert.“

Abbildung: Kommunalarchiv Herford, Slg. E 735.