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1. Platz: MANN LANDSCHAFTSARCHITEKTUR

Neuer Markt in Herford
Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung

Erläuterungsbericht

Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung Erläuterungsbericht Freiraumplanerisches Konzept
Der Platz „Neuer Markt“ wird als eigenständiger Stadtraum innerhalb einer Abfolge von Plätzen entlang der Fußgängerzone herausgearbeitet. Gleichzeitig wird die Platzgestaltung in die Neugestaltung der Fußgängerzone eingebunden.
Die St. Johanniskirche ist das stadtraumprägende Bauwerk am Platz. Das direkte Umfeld der Kirche verweist als baumbestandene Grünanlage auf den ehemaligen Friedhof, der dadurch ablesbar wird.
Der Übergang zwischen Kirchenumfeld und Marktplatz wird durch zwei Sitzstufen als Aufenthaltsbereich ausformuliert.

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Der neue Markt selbst wird durch einen besonderen Belagsteppich mit dem Neustädter
Brunnen geprägt.
Kirche St. Johannis
Das Umfeld der Kirche wird insbesondere im westlichen Bereich ausgelichtet und der
Eingang aufgewertet. Wie eine kleine grüne Oase wirkt das Umfeld der Kirche in seiner
Umgebung. Die Kirche wird durch ein großzügiges Wegenetz mit dem umgebenden
Stadtraum verknüpft. Alle Haupt- und Nebeneingänge der Kirche sind barrierefrei
erreichbar.
Neustädter Brunnen

Die Versetzung des „Neustädter Brunnen“ auf die östliche Platzseite resultiert aus den
Blickbeziehungen der angrenzenden Straßen- und Platzräume. Auf diese Weise wird der
historische Brunnen ein von Weitem sichtbares Merkzeichen des „Neuen Marktes“.
Belagskonzept
Die Materialität der Oberflächen greift die Materialien der Neugestaltung der Fußgängerzone
auf. Die Pflastermaterialien der angrenzenden Lübber- und Höckerstraße werden auf den
Platz fortgeführt und um einen zentralen Belagsteppich ergänzt. Für die Platzrandbereiche
ist Granitpflaster kleinformatig in freien Längen vorgesehen.
Die zentralen Platz- und Bewegungsflächen werden mit großformatigem Granitpflaster in
freien Längen versehen. Der zentrale Belagsteppich besteht aus Pflasterplatten aus
Grauwacke im römischen Verband. Dadurch hebt sich die Fläche als Intarsie im Stadtraum
hervor und bleibt trotzdem im vorhandenen Belagskanon.
Das direkte Kirchenumfeld der St. Johanniskirche und die Wege werden mit einem gut
begehbaren Natursteinkleinpflaster versehen.
Die bewusste Einschränkung der Materialvielfalt und die reduzierte Formensprache sollen
der historischen Altstadt mit Ihren vielschichtigen Fassaden einen ruhigen und
angemessenen Rahmen bieten. Alle Flächen sind gut begeh- und befahrbar und
ermöglichen eine vielfältige Nutzung (Feste o.Ä)
Wegebezüge
Das Kirchenumfeld und der „Neue Markt“ liegen innerhalb eines städtischen Geflechts
wichtiger Wegebeziehungen.
Ziel der Neugestaltung ist die barrierefreie Vernetzung dieser unterschiedlichen Stadträume
untereinander. Das taktile Leitsystem wird in der Fußgängerzone fortgeführt und leitet über
den Platz zum Eingang der St. Johanniskirche.
5 Fahrradbügel sind südlich der Kirche vorgesehen, 5 weitere Fahrradbügel befinden sich an
der östlichen Platzseite.
Aufenthaltsqualitäten
Am süd-östlichen Platzrand sind im Schatten der vorhandenen Bäume einige Sitzbänke
positioniert. Von hier genießt man den Blick über den Platz auf die St. Johanniskirche. Am
gegenüberliegenden Platzrand laden im lichten Schatten eines Solitärbaumes (Sophora
japonica) mehrere Sitzbänke und nach süd-osten orientierte Sitzstufen zum Verweilen ein.
Der „Neustädter Brunnen“ steht auf einem Sockel, welcher sich gleichzeitig als
Sitzgelegenheit anbietet. Von hier kann man das Treiben auf dem Platz beobachten.
Einzelhandel und Gastronomie
Eine Außenbewirtschaftung der Cafés und Restaurants und Flächen für Auslagen des
Einzelhandels wurden berücksichtigt. Analog der Fußgängerzone zoniert ein Plattenstreifen
aus Grauwacke diese Nutzung entlang des Platzrandes.
Auf dem zentralen Belagsteppich ist in der warmen Jahreszeit eine zurückaltende
Außenbewirtschaftung denkbar, ohne das Gesamtbild zu stören.
Feste / Märkte
Der „Neue Markt“ steht als multifunktionaler Stadtraum vielseitigen Nutzungen zu Verfügung.
Die vorgeschlagene Gestaltung ermöglicht eine vielfältige Bespielung und integriert die
Nutzung durch verschiedene Feste und Märkte.
Beleuchtungskonzept
Das Beleuchtungskonzept sieht vor, den „Neuen Markt“ über stehende Lichtstelen zu
beleuchten. Diese befinden sich an den Platzrändern und erzeugen eine indirekte
Beleuchtung des Platzes mit seinen Fassaden.
Das Kirchenschiff der St. Johanniskirche wird in den Abendstunden illuminiert und prägt auf
diese Weise die besondere Atmosphäre des „Neuen Marktes“. Auch der beleuchtete
„Neustädter Brunnen“ behält bei Dunkelheit seine Wirkung als platzprägendes Merkzeichen

29.11.2016