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Konversionsprozess

Konversionsprozess1lz

Die zivile Nachnutzung der Kasernenareale ist ein anspruchsvoller, komplexer Prozess, bei dem es nicht um eine schnelle, sondern um eine nachhaltige Lösung geht.

Unter Berücksichtigung der Rahmenbedin-gungen der Stadtentwicklung - wie z.B. Än- derung der Lebensstile und Arbeitszusam-menhänge, demographische Entwicklung, An- forderungen des Klimaschutzes etc. - geht es darum, standortbezogene, langfristig trag-
                                                                          fähige Konzepte zu erarbeiten.

Wie bei jeder baulichen Entwicklung muss dieser komplexe Prozess neben den städtebaulichen, vor allem auch den wirtschaftlichen Anforderungen entsprechen.

Im Laufe des Jahres 2015 hatten die britischen Streitkräfte ihre drei verbliebenen Kasernen-standorte sowie weitere, dazugehörige Konversionsliegenschaften in der Hansestadt Herford sukzessive aufgeben; die zuletzt noch verbliebenen 850 Soldaten samt ihrer ca. 1.250 Fami- lienangehörigen Herford verließen daraufhin ihr "Happy Herford".

Verfahren1lz

Grundsätzlich erfolgt der Ablauf eines Kon- versionsprozesses immer nach dem gleichen Schema:
Rückgabeankündigung, Bestandsanalyse, Nutzungs- und städtebauliches Konzept, Rückgabe, Erstzugriffsoption, Vermarktung und Verkauf.

Mit dem Verkauf der Liegenschaft ist der formale Umwandlungsprozess beendet.

 

Im Einzelnen verläuft der Konversionsprozess in Herford wie folgt:

Nach Abzug der britischen Streitkräfte und Rückgabe der Liegenschaften ging der Besitz der Konversionsflächen an die BImA über. Sofern der Bund nicht selbst Verwendung für die ...

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Sofern der Bund nicht selbst Verwendung für die zurückgegebenen Flächen hat, ist der übliche Weg, die Kasernenareale und Immobilien im Rahmen ihres Erstzugriffsrechts zuerst der Kom- mune vor Ort anzubieten. Das bedeutet, die Kommune hat bei Bedarf die Option, die Konver-sionsfläche außerhalb des gängigen Bieterverfahrens zu erwerben.
Macht die Hansestadt Herford von ihrem Erstzugriffsrecht Gebrauch, so ist dies lediglich eine Interessenbekundung - noch kein Kaufvertrag!

Bevor über einen möglichen Kaufpreis einer Konversionsliegenschaft verhandelt wird, ist deren Wert zu ermitteln. Vorab sind hierzu unter anderem Recherchen durch einen Gutachter zu möglichen Belastungen des Bodens und der Bausubstanz vorzunehmen. Dies können Gebäu-deschadstoffe, Kampfmittel, Altlasten und schädliche Bodenveränderungen sein. Ohne fachge-rechte Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung wären jedoch die Nachnutzung der Liegenschaften und die Umsetzung des städtebaulichen Konzepts nicht möglich.
Darauf wiederum stützt sich die Wertermittlung der Liegenschaft und die Festsetzung des Kauf- preises. Umfassende Untersuchungen zu den Altlasten, wie z.B. Bohrungen, können jedoch erst nach Rückgabe der Konversionsflächen unternommen werden (Phase 2). Die Phase 1, der his- torischen Altlastenrecherche, wurde seitens der BImA Ende 2015 abgeschlossen.
Parallel dazu hat die Stadtverwaltung eine Analyse des Flächennutzungsbedarfs der Herforder Unternehmer und Investoren vorzunehmen, die Grundlage für ein sinnvolles, erfolgsbringendes Nutzungs- und städtebauliches Konzept ist.
Bei so einem großen Projekt, wie es der Konversionsprozess ist, ist es wichtig, alle Beteiligten – vor allem die Bürgerinnen und Bürger aus den betroffenen Quartieren – frühzeitig und transparent in das Ver- fahren einzubinden. Deshalb fand in Herford im I. Quartal 2014 unter der Leitung des Büros FALTIN+SATTLER DÜSSELDORF der erste Bürgerbeteiligungsprozess unter dem Titel „Umnut- zung der Kasernen in Herford“ statt.

Bis 2021 wird sich der formale Konversions-prozess hinziehen. Erst dann liegen alle not- wendigen Gutachten, Konzepte und Verhand- lungsergebnisse vor, damit über einen Er- werb von Konversionsflächen abschließend entschieden werden kann.

Voraussichtlich bis Ende 2021 wird der Rat der Hansestadt Herford über einen möglichen Erwerb von Konversionsliegenschaften zu beschließen haben. Danach sind bis Anfang / Mitte 2022 (je nach Standort) entsprechend die notariellen Beurkundungen der Kaufver- träge abzuschließen. Erst dann ist der formale Konversionsprozess abgeschlossen.

 

 

Perspektivplanung /
Bürgerdialog 2014

Unter der Leitung des Stadtplanungsbüros FALTIN+SATTLER DÜSSELDORF (FSW) startete An- fang 2014 zusammen mit der Herforder Bürgerschaft der Perspektivplanprozess mit dem Arbeitstitel "Umnutzung der Kasernen in Herford".

Der Bürgerbeteiligungsprozess umfasste zu Beginn zwei Foren sowie im Anschluss je einen Workshop. Treffpunkt war die Aula des Königin-Mathilde-Gymnasiums (KMG).

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Zu jedem Forum wurden Gastredner aus einer Konversionskommune eingeladen, die von ihren Erfahrungen während des eigenen Prozesses berichteten. So wurden den interessierten Zuhö- rern praxisnah das komplexe Aufgabenspektrum der Konversion veranschaulicht. Gleichzeitig wurden für die Hansestadt Herford Chancen aufgezeigt. Diese wurden in den anschließenden Workshops herausgearbeitet.

Gastredner / Vorträge

Herr Jörg Faltin (FSW, Düsseldorf):
Der Weg zu einer städtebaulich-freiraumplanerischen Perspektivplanung 2014




Herr Bertelt-Glöß (NRW.Urban):
Bestimmung der Ziele und Prozesse für eine Nachnutzung britischer Militärstandorte




Herr Schulten (SSR, Dortmund):
Positionierung einer angemessenen und marktfähigen Wohnergänzung für Herford!




Herr Grefe (IHK OWL zu Bielefeld):
Stärkung der wirtschaflichen Entwicklung in der Region OWL, Innovation und Bildung als Option!




Herr Canis (Stadt Bad Kreuznach):
Von der Militärbrache zum lebendigen Stadtquartier - Erfahrungen aus Bad Kreuznach





Jugendworkshop

Schülerinnen und Schüler des Königin-Mathilde-Gymnasiums brachten sich ebenfalls mit Ideen zur Umgestaltung des Kasernen-Doppelstandorts am Stiftberg ein:
Historische Einblicke

Einen historischen Rück- und Einblick auf Herfords militärische Vergangenheit bekamen die Teilnehmen durch einen anschaulichen Vortrag des Herforder Stadtarchivars Christoph Laue unter dem Titel “Kasernen in Herford und der Stiftberg 1934-62“.

 

Die Abschlussveranstaltung, das "Forum 3", fand am 04.06.2014 im Division Conference Cen- ter auf dem Gelände der Wentworth-Kaserne statt.
Hier wurden den Teilnehmern die aufbereiteten Ideen aus den beiden vorangegangen Foren und Workshops und die Perspektiven anschaulich präsentiert.

Das Ergebnis wurde in der Broschüre “Umnutzung der Kasernen in Herford“ zusammenge- fasst.

ISEK1lz

Ein "Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept" (ISEK) dient der Kommune zum einen als Entscheidungshilfe zur Auswahl von geeigneten städtebaulichen Sanierungs- oder Entwick-lungsmaßnahmen in dem untersuchten Gebiet. Zum anderen ist es eine wichtige Vorausset- zung und Grundlage für die Beantragung und Bewilligung von Fördermitteln der Städtebauför-derung.

Für die Entwicklung der Konversionsliegenschaften am Stiftberg (Hammersmith- und Wentworth-Kaserne samt Offizierskasino und dem angrenzenden Wohnquartier Birkenstraße) wurde im Frühjahr 2015 das ISEK “Konversion Stiftberg“ in Auftrag gegeben.

Die Ergebnisse wurden am 29.11.2016 in der Aula des Königin-Mathilde-Gymnasiums auf dem Stiftberg im Rahmen eines Informationsabends den interessierten Bürgern vorgestellt.

Am 09.12.2016 wurde das ISEK „Konversion Stiftberg“ vom Rat der Hansestadt Herford beschlossen. Auf dieser Grundlage wird nun mit der Umsetzung erster (vorbereitender) Maßnahmen begonnen; gleichzeitig können jetzt Fördermittel beantragt werden.

Die Umsetzung aller Maßnahmen wird nach dem derzeitigen Zeit- und Maßnahmenplan bis ins Jahr 2027 reichen. Das ISEK ist jedoch nicht als starrer Rahmen für die Entwicklung auf dem Stiftberg zu verstehen, sondern wird fortlaufend aktualisiert und neue Erkenntnisse sowie Erfordernisse berücksichtigen.

So geschehen im Jahr 2019. Da wurde das ISEK noch einmal überarbeitet und fortgeschrieben. Das aktuelle ISEK finden hier...