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Im frühen 20. Jahrhundert waren viele Kinder in Deutschland von Armut betroffen und wurden wenig bis gar nicht vom Staat unterstützt. Ein Grund für die Armut war die rasante Industrialisierung - viele Familien zogen in die Städte, wo sie häufig unter prekären Bedingungen lebten. Kinderarbeit war in vielen Familien notwendig, um das Überleben zu sichern. Die wenigen sozialen Hilfen, die bis dahin existierten, waren oft unkoordiniert und ineffektiv. Der Druck, strukturelle Maßnahmen zu ergreifen, wurde immer größer.

Deshalb wurde das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) 1922 verabschiedet. Es verpflichtete die Kommunen, eigenständige Jugendämter einzurichten und es sprach jedem deutschen Kind erstmals ein „Recht auf Erziehung“ zu. Das Ziel: Kinderarmut bekämpfen und den Schutz von Kindern und Jugendlichen verbessern.  

Finanzielle Hilfen, Tagesbetreuung, medizinische Versorgung, Bildungsangebote und Heimunterbringung – diese und mehr Maßnahmen ergriff das Jugendamt, um (arme) Familien zu unterstützen. Auch Kleidung, Nahrung und Schulmaterialien wurden gestellt.

Vor 100 Jahren stand vor allem die finanzielle Unterstützung von Familien im Mittelpunkt der Arbeit - nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, während hoher Arbeitslosigkeit und Hunger.

Heute zählen der Kinderschutz und die Chancengerechtigkeit von Kindern in der Bildung zu den wichtigsten Aufgaben des Jugendamtes. Die Teilhabe an Bildungsangeboten für alle Kinder zu fördern ist Grundlage eines demokratischen Miteinanders.

242 Mitarbeitende, 5 städtische Kitas, 40 Dienstleistungen – das macht das Jugendamt heute aus.
Wir unterstützen Familien – ob durch den Allgemeinen Sozialen Dienst, die Jugendhilfe oder die Familienhebamme und Kinderkrankenschwester. Zusammen mit Kindern und Jugendlichen gestalten wir Herfords Spielplätze neu. Denn das Wohl der Kinder liegt uns am Herzen.