Das Archäologische Fenster am Münster (AFaM) eröffnet den Blick auf die bei archäologischen Ausgrabungen in den Jahren 1988 bis 1990 freigelegten baulichen Überreste eines bedeutenden Frauenstifts – der historischen Keimzelle der Stadt Herford, in der deutsche und europäische Geschichte geschrieben wurde.
Das Stift wurde um 800 n. Chr. von dem weitgereisten sächsischen Adligen Waltger als Familienstift gegründet. Später entwickelte es sich zu einem Reichsstift, das mit umfangreichen Gütern und weitreichenden Privilegien ausgestattet war. Über Jahrhunderte hinweg prägte das von Frauen geleitete Reichsstift Herford maßgeblich die Entwicklung der Stadt und diente als Vorbild für zahlreiche weitere Frauenstifte.
Das AFaM macht die baulichen Strukturen dieses ersten geistlichen Frauenstifts in Westfalen sichtbar und erfahrbar. Mit seiner markanten Architektur setzt es zugleich einen modernen städtebaulichen Akzent in Herfords historischer Mitte.
Die Ausstellung bietet Einblicke in Methoden und Möglichkeiten moderner Archäologie – anschaulich aufbereitet und barrierefrei zugänglich.
So entsteht mitten in Herford ein neuer, frei zugänglicher Erlebnisort, der Geschichte lebendig werden lässt.