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Container Schwerpunkt-Kontrollen

„Die Leute entsorgen einfach alles. Erst gestern haben wir hier eine riesige Tüte mit benutzten Windeln für Erwachsene gefunden. Es ist kaum zu glauben.“ Marcus Scholz kann nur mit dem Kopf schütteln. Gemeinsam mit seinem Kollegen Yergeny Novokolskyy fährt der 1-Euro-Jobber täglich die rund 50 Containerstandorte im Stadtgebiet ab und sammelt im Auftrag von Projekt Aktiv den illegal entsorgten Müll ein. Die benutzten Windeln fand er am Kreisel in Herringhausen, einem regelrechten Hot Spot für illegale Müllentsorger. „Die Menschen fahren mit ihrem Müll gerne mal ein bisschen weiter raus, in der Hoffnung nicht gesehen zu werden. Je abgeschiedener desto leichter“, sagt Marc Echternkamp vom Ordnungsamt der Hansestadt Herford, der an diesem Vormittag die Mitarbeiter von Pro Aktiv auf ihrer Tour begleitet. Er ist dabei, um im Müll Hinweise auf die Verursacher zu finden. An diesem Morgen liegen am Sammelplatz in Herringhausen Glasschalen und Vasen aus einem Haushalt und Elektrokabel in einer Tüte. Leider ohne Absender.

„Einige hinterlassen durchaus Spuren oder Hinweise“, bestätigt Marcus Scholz. „Wir finden in den Müllsäcken ungeöffnete Briefe oder sogar Anschreiben vom Jobcenter mit vollständiger Adresse.“ Um die Täter dingfest zu machen, arbeiten das Ordnungsamt und Projekt Aktiv jetzt noch enger zusammen. Werden Hinweise gefunden, wird ein Anzeigebogen ausgefüllt und an das Ordnungsamt weitergeleitet. „Wer illegal entsorgt, dem drohen natürlich eine Anzeige und ein Bußgeld“, sagt Marc Echternkamp vom Ordnungsamt. „Wir müssen die Täter aber erwischen, und das ist leider nicht immer so einfach.“ Pro Jahr werden deshalb im Schnitt nur 15-20 Bußgeldverfahren pro Jahr wegen illegaler Müllentsorgung eingeleitet.

„Am Montag sieht es an den Containern immer am Schlimmsten aus“, erzählt Yergeny Novokolskyy, „dann stehen manchmal ganze Wohnungseinrichtungen neben dem Glascontainer“. Warum die Menschen das tun weiß er auch nicht, aber er vermutet, dass viele einfach „gleichgültig“ sind. An diesem Morgen stehen am Sammelplatz in der Nordstadt „nur“ zwei Teppiche und ein paar ausrangierte Töpfe. Einen Hinweis auf den Besitzer finden die Männer nicht.

Mehrere Tage lang wird Marc Echternkamp jetzt die Truppe vom Projekt Aktiv bei ihrer Container-Tour begleiten und nach Spuren suchen. „Mich ärgern diese illegalen Müllberge, schließlich gibt es genügend Angebote in der Stadt seinen Müll legal zu entsorgen“, so Echternkamp. Und teuer ist das Ganze auch. Die Entsorgung des illegalen Mülls kostet die Hansestadt Herford und damit die Steuerzahler pro Jahr 60.000 Euro.

Die Aktion Ende März brachte einen Müllsünder schon mal zur Strecke. Persönliche Papiere lagen bei dem illegal entsorgten Müll dabei. Die Person wurde von der Stadt Herford angeschrieben. Ihr droht ein Bußgeld.

Bußgeldkatalog