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1. Platz: werk 9 architekten + ingenieure gmbh

werk 9 architekten + ingenieure gmbh

Idee

Dem Entwurf liegt die Idee eines „Atriumhauses“ zu Grunde.
Das bestehende Gebäudeensemble wird baulich klar und selbstverständlich ergänzt. Durch die Orientierung der neuen Gebäude zum zentralen Schulhof wird dieser neu als Raum gefasst und erhält ein neues attraktives Gesicht.

Neuer Eingang
Durch den nach vorne herausgezogenen Verwaltungstrakt sowie den zur Erreichung der Barrierefreiheit neu errichteten Aufzugsbereich bietet sich die Chance, den wenig attraktiven Eingangsbereich an der Werrestraße aufzuwerten und in das Gesamtkonzept zu integrieren. Das Foyer wird großzügiger, die Anordnung des Aufzuges liegt am Kreuzungspunkt der Baukörper und bindet beidseitig die verschiedenen Geschossebenen an.

Neue Klassenräume
Der bestehende einhüftige Klassenraumtrakt wird um die zweite Hüfte ergänzt. Die bislang wenig attraktive Fassade der Erschließungsbereiche des Klassentraktes wird durch eine neue vorgelagerte Klassenraumzone neu gestaltet und erhält mit den neuen Fassaden ein attraktives Gesicht zum zentralen Schulhof. Die Nutzung der vorhandenen Erschließung (Flure und Treppenhäuser) stellt darüber hinaus eine sehr wirtschaftliche Lösung dar. Die bestehenden Fensteröffnungen werden zu den Eingängen in die neuen Klassenräume.

Mensa
Die Mensa wird im Erdgeschoss des neuen Klassenraumtraktes eingefügt, liegt – wie bereits auch die bestehende Cafeteria - somit am räumlichen Knotenpunkt der Schule und bindet selbstverständlich an das zentrale Foyer an. Über die großzügige Verglasung öffnet sich die Mensa zum Außenraum des Schulhofs.

Atrium-/Arkadengang
Das gesamte Erdgeschoss wird durch einen umlaufenden offenen und überdachten Arkadengang zusammengefasst. Es entsteht ‚auf Augenhöhe‘ eine neue räumliche Fassung und attraktive Gestaltung des Schulhofes und des Haupteingangs der Schule. Mit dem Arkadengang werden alle schulischen Gemeinschaftsnutzungen angebunden und erschlossen, das Schulfoyer, die Mensa, der Theatereingang sowie die Sporthalle. Die jetzigen ‚Rückseiten‘ des Gebäudeensembles werden zu ‚Vorderseiten‘ und damit zu einem neuen Gesicht und orientieren sich zum zentralen Außenraum der Schule.

Sporthalle
Die Sporthalle setzt einen markanten Endpunkt in mehrfacher Hinsicht. Der hohe Teil des Baukörpers definiert die Raumkante und Ecke des Grundstücks. Zum Schulhof hin nimmt sich das Volumen zurück. Als Teil des Arkadengangs ist ein eingeschossiger Bereich mit Umkleiden und Nebenräumen dem Hauptbaukörper vorgelagert, ein räumlicher Filter zum Schulhof.

Der überdachte Zugangsbereich in das Foyer der Sporthalle ist selbstverständlich an den Schulhof angebunden. Unabhängig davon wird mit der seitlichen Anbindung an den Theaterparkplatz eine vom Schulbetrieb unabhängige Erschließung für außerschulische Nutzungen (insbesondere Basketballveranstaltungen) ermöglicht mit angemessener Orientierung nach außen.

 

Der Umkleide- und Nebenraumbereich ist klar in drei Teile gegliedert, so dass sich die Nutzung der Dreifachhalle nach Bedarf flexibel aufteilen lässt. Selbstverständlich wird der darüber liegende Tribünenbereich durch die einläufige Treppe im Luftraum an den Foyerbereich angeschlossen. Durch die großzügige Verglasung wird der Zuschauerbereich räumlich visuell mit dem Schulhof vernetzt.

Die Erdgeschosszone der Sporthalle wird durch eine umlaufende Ziegelwandschale gleich einem Sockel das Gebäude zusammengefasst. Im Kontrast dazu erhält die Sporthalle einen bündig aufgesetzten Leuchtkörper aus transluzenter, lichtstreuender Verglasung, die im Inneren eine geleichmäßige natürliche, schlagschattenfreie und blendfreie Belichtung ermöglicht und zugleich die Funktion des sommerlichen Wärmeschutzes ohne zusätzliche außenliegenden Sonnenschutz übernimmt.
Während der Bauphase der neuen Sporthalle findet der Sportunterricht in einer Traglufthalle statt, die auf dem derzeitigen Kleinspielfeld aufgebaut und an die Lübberbruchhalle (temporäre Nutzung als Umkleide) angebunden wird.

Materialien

Schulanbau: Außenwände: Massivbau (Beton, Mauerwerk) mit Ziegelverblender, in Teilen Putz
Fenster: Aluminium, Sporthalle: StB-/Stahlbau, lichtstreuende, transluzente Isolierverglasung, Ziegelverblender, Atriumgang: Stahlbau

Energie und Lüftung
Schulgebäude: Wärmeversorgung über BHKW und zentrale Heizanlage (ggf. zu erweitern). Natürliche Lüftung der Klassenräume über Fenster (auf Wunsch auch hybrid in Kombination mit dezentralen Lüftungsanlagen)
Sporthalle: Wärmeversorgung über eigene Heizungsanlage (Gasbrennwert, ggf. Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik, alternativ Anbindung an BHKW). Natürliche Lüftung über aufstellbare Fenster im Glaskörper der Halle in Kombination mit zentraler Lüftungsanlage. Nebenräume ebenfalls zentrale Lüftungsanlage.
Lübberbruchhalle
Die denkmalgeschützte Lübberbruchhalle bleibt als Solitärbau erhalten. Zukünftig bietet sich eine Nutzung als Mehrzweckhalle für schulische und außerschulische Veranstaltungen an. Dies können sportliche Nutzungen (Gymnastik, Ballett, Tanz, Volkshochschule), kulturelle Nutzungen (kleine Theater-, Kabarett- oder musikalische Veranstaltungen, Nutzung als Studiobühne) und sonstige Veranstaltungen (kleine Empfänge, private und öffentliche Feiern, kleine Tagungen oder Versammlungen, usw.) sein. Die dem Entwurf zu Grunde liegende Reihenbestuhlung ermöglicht 150 Sitzplätze. Da der Vorbereich vor dem Haupteingang begrenzt ist, wird dem seitlichen östlichen Eingang der Lübberbruchhalle ein neues kleines Foyer vorgelagert, das sich sowohl vor Kopf zur Hansastraße nach Norden als auch zur Schule nach Süden orientiert. Insbesondere zu Beginn und zum Ende von Veranstaltungen übernehmen das Foyer und der Platz eine Pufferfunktion. D