März 2021
März 2021
Die älteste Urkunde zu jüdischen Bürgern in Herford
1350 brach in Deutschland die Pest aus. Das Gerücht, Juden hätten Brunnen vergiftet, führte in Herford zu Ermordung und Ausplünderung jüdischer Einwohner.
Wer konnte die Täter anklagen? Wem gehörte der Besitz der getöteten Juden? Im Mittelalter war die Sachlage kompliziert. Der Kölner Erzbischof besaß das Vogtei- und Gogericht in Herford, erhielt die Huldigung der Stadt und den Eid der Äbtissin. Mit ihr gemeinsam übte er u.a. den Judenschutz aus. Es entbrannte ein Streit zwischen dem Erzbischof und der Stadt Herford, den er im Juli 1353 überraschend beilegte, wie die gezeigte Urkunde belegt. „Groll und Unmut“, den die Folterung von Juden auslöste, wird den Herforder Bürgern „großzügig verziehen“.
Die Urkunde ist das älteste Dokument im Kommunalarchiv Herford, das jüdische Einwohner erwähnt. Zu sehen ist sie 2021 in der Ausstellung „Eva, Simon und die Anderen – Jüdisches Leben im Raum Herford“ in der Gedenkstätte Zellentrakt.
Eine Liste mit allen Archivalien zum jüdischen Leben in Herford gibt es hier.
Kommunalarchiv Herford, S-Urk.-Nr. 21 (17. Juli 1353 - Erzbischof von Köln)