Energieberatung: Solarstrom
„Wer eine Anlage nach dem Erreichen des Förderdeckels ans Netz bringt, bekommt nach aktueller Rechtslage keine EEG-Vergütung mehr“, erklärt Bernd Ellger Energieberater für die Verbraucherzentrale NRW. Im ungünstigsten Fall hieße das, dass nahezu alle neuen Solarstromanlagen von Privathaushalten rote Zahlen schreiben würden. Wer dagegen vorher ans Netz geht, erhält die Vergütung für 21 Kalenderjahre garantiert – für kleine Anlagen aktuell knapp 10,5 Cent pro Kilowattstunde. So ist private Photovoltaik in der Regel wirtschaftlich.
„Natürlich soll niemand vor diesem Hintergrund eine Entscheidung überstürzen oder sich unter Druck setzen lassen“, so Ellger.
Ein paar Punkte, die beim Angebot für eine Photovoltaikanlage zu beachten sind, hat Energieberater Ellger zusammengetragen:
• Passender Handwerksbetrieb: Am besten sollte ein Photovoltaik-Fachbetrieb die Anlage installieren. Elektrobetriebe, die nicht regelmäßig in dem Bereich tätig sind, haben weniger Routine. Vorteilhaft ist zudem ein Betrieb aus der Region, der Referenzprojekte in der Umgebung vorweisen kann. Er ist auch bei Problemen schneller zur Stelle als Handwerker aus entfernteren Gegenden. Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis sind die beste Möglichkeit, einen guten Betrieb zu finden.
• Komplettes Angebot: Ein Auftrag sollte erst erteilt werden, wenn ein Komplettpreis als Endpreis feststeht, inklusive gegebenenfalls Zählerschrank und Gerüst. Kein Posten sollte „nach Aufwand“ beziffert sein. Auch der Installationstermin gehört ins Angebot. Ein solches Angebot kann ein Betrieb seriös erst nach einem Vor-Ort-Termin erstellen. Online-Angebote dienen also allenfalls als erste Orientierung. Weicht der Endpreis um mehr als 10 bis 15 Prozent vom Durchschnittspreis ab, sollten Interessierte nach dem Grund dafür fragen. Es kann gute Gründe geben – es kann aber auch ein Warnsignal sein. Durchschnittspreise für unterschiedliche Anlagengrößen gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/solarstrom.
• Faire Abrechnung: Vorauszahlungen sind riskant. Im besten Fall bezahlt der Auftraggeber den Gesamtpreis nach Inbetriebnahme der Anlage. Wenn aber zum Beispiel vorab Material angeliefert wird oder die Installation bereits begonnen wurde, sind Teilzahlungen für erbrachte Leistungen in Ordnung.
Informationen und Termine zu den verschiedenen Beratungsmöglichkeiten rund um Solarstrom erfahren Sie z. B. kostenlos im Beratungsstützpunkt Herford oder für 30 Euro bei den ratsuchenden zu Hause.
Die Sprechstunde der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW findet am kommenden
Donnerstag, dem 19. September von 14 bis 18 Uhr statt.
Im Beratungsstützpunkt Herford, in Raum 17 des Technischen Rathauses, Auf der Freiheit 21 beantwortet Diplom-Ingenieur Bernd Ellger Fragen rund um das Thema Energiesparen.
Für persönliche Beratungstermine ist eine Voranmeldung erforderlich. Termine können über die Stadtverwaltung entweder telefonisch (05221 189 5105) oder per E-Mail energieberatung@herford.de vereinbart werden. Die kostenpflichtigen Vor-Ort-Termine können unter 0211/33 996 555 und unter www.verbraucherzentrale.nrw/energieberatung gebucht werden.