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Aktuelle Situation ukrainischer Flüchtlinge in Herford

Herford, 06.04.2022. Seit Beginn des Krieges sind in Herford inzwischen 690 Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen (Stand 05.04.22).

Es handelt sich dabei um:

  • 306 Frauen
  • 100 Männer
  • 284 Kinder (0 bis 18 Jahre)

Unterbringung:

Privat untergebracht sind zurzeit rund 500 Menschen, in ehemaligen Britenwohnungen, die sich im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) befinden, leben aktuell knapp 200 Personen.

„Noch haben wir Wohnraum, ca. 112 Plätze, um die Schutzsuchende unterzubringen, aber da wir nicht wissen, wie sich der Zustrom der ukrainischen Flüchtlinge entwickelt, müssen wir vorbereitet sein. sagt Bürgermeister Tim Kähler, „deshalb richten wir jetzt als Zwischenlösung eine Wohncontaineranlage für rund 100 Menschen ein.“

Am Bildungscampus werden aktuell 54 Container aufgebaut.
Es handelt sich um zwei Wohncontaineranlagen bestehend aus jeweils EG und OG mit 4-8 Zimmern zwischen 15qm und 30qm. Pro Etage stehen WCs, Teeküche und Aufenthalts-/Sozialraum zur Verfügung. Dazu kommen drei weitere Einzelcontainer mit Wohnraum und separatem WC, 2 Duschcontainer, ein Toiletten- und ein Hauswirtschaftscontainer (Waschmaschinen, Trockner).
Drei weitere Einzelcontainer dienen als Lager, Erste-Hilfe und Versorgung.

„Vor Ort erfolgt eine 24/7-Gästebetreuung, Dolmetscherdienste und sozialpädagogische Angebote. Für die Kinder steht eine Spielfläche inklusive Spielgeräte zur Verfügung“, erläutert Patrick Puls, Herfords Beigeordneter für Bildung. Jugend und Soziales. „Die Container sollen nur eine Zwischenlösung sein, keine Dauerlösung, aber für die Zeit des Aufenthalts möchten wir, dass sich die Flüchtlinge wohlfühlen, Ansprechpartner haben und ein bisschen zur Ruhe kommen können.“

Die Container werden um den 15. April herum betriebsbereit sein. Sie bieten Platz für ca. 100 Flüchtlinge.

Die Biekra Herford übernimmt dort die Versorgung.

Erfassung bei der Hansestadt Herford

Die städtische Ersterfassung per Terminvergabe (Hotline) läuft weiterhin in der Markthalle. Täglich werden bis zu 30 Termine vergeben. Warteschlangen von Geflüchteten können so vermieden werden.

„In der Markthalle sitzen mehrere Teams aus Ausländerabteilung und Sozialamt. Auch die Bürgerberatung ist vor Ort, damit die Geflüchteten mit ihrem neuen Wohnsitz angemeldet werden können“, sagt Patrick Puls. „Die Anmeldung bei uns ist wichtig, damit zum Beispiel die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen die Schulen in Herford besuchen können.“

Nach der Ersterfassung haben die Geflüchteten Anspruch auf Leistungen der Stadt. Die rechtliche Grundlage für die Hilfeleistung ist das Asylbewerberleistungsgesetz, allerdings müssen die Menschen aus der Ukraine nicht das übliche Asylverfahren durchlaufen. Neben den Hilfeleistungen bekommen die Flüchtlingen eine so genannte Fiktionsbescheinigung, die ihnen einen 6-monatigen Aufenthalt mit Arbeitserlaubnis ermöglicht.
Auch die ärztliche Erstversorgung ist damit gewährleistet.

Situation in den Schulen

Zurzeit sind knapp 200 ukrainische schulpflichtige Kinder und Jugendliche (6-18 Jahren) in Herford angekommen.

Die Meldedaten werden an das Kommunale Integrationszentrum (KI) weitergeleitet, das Eltern und Kinder zum Beratungs- und Diagnosegespräch einlädt. Danach werden die Kinder durch das Schulamt des Kreises einer Schule zugewiesen.
Für Grundschulkinder wird das in der Regel die wohnortnahe Schule mit ihren Regelklassen sein. Unter Umständen muss die obere Bandbreite der Klassengröße von 29 ausgeschöpft werden.
Daneben sind zusätzlich 3 Willkommensklassen an Schulstandorten geplant, die zwischen Schulleitungen, Schulaufsicht, KI und Schulträger abgestimmt sind und über personelle bzw. fachliche Ressourcen verfügen.

Bei Bedarf könnten weitere Willkommensklassen an anderen Standorten entstehen.

Bezogen auf die weiterführenden Schulen gibt es an jedem Standort 1 bis 2 Sprachförder- bzw. Willkommensgruppen.

Insgesamt wurden bis heute 135 Kinder im Rahmen dieses Verfahrens für die Beschulung an Herforder Schulen gemeldet und werden nun schrittweise in Absprache zwischen KI und Schulleitungen den Herforder Schulen zugewiesen. Jugendliche ab 16 Jahre werden i. d. R. in den Berufsschulen aufgenommen. In vielen Schulen sind schon die ersten Kinder aufgenommen worden.

Situation in den Kitas

Bisher sind 56 ukrainische Kinder im Alter von 3-5 Jahren in Herford angekommen.

Aufgrund der erlebten Fluchterfahrungen der Familien, sollte der Schwerpunkt gegenwärtig auf die Bildung von Eltern-Kind-Treffpunkten und/oder Spielgruppenangebote unter Anwesenheit der Eltern, überwiegend Mütter, gelegt werden.

„Zurzeit werden Spielgruppen in einzelnen Sozialräumen wie der Nordstadt, im Bereich Birkenstraße und in der Innenstadt eingerichtet, in Verbindung mit Elterncafés“, berichtet Herford Beigeordneter Patrick Puls.

Weiterhin wird mit den Kita-Trägern die zusätzliche Aufnahme von Kindern abgestimmt oder ggf. die Einrichtung von Übergangsgruppen.